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Galerie Förster

Ute Krautkremer

Plastische Arbeiten

12. Februar - 27. März 2010

Ute Krautkremer über ihre Kunst

Nicht das Abbild, die Dinge wie wir sie kennen oder zu kennen glauben, steht
im Mittelpunkt meiner Arbeit, sondern die Veränderung, die „Übersetzung“ vorgefundener
Realität in neue, in abstrakte Zusammenhänge.

Ich arbeite mit von Menschen hinterlassenen Spuren und Strukturen, zunehmend
aber auch mit gewachsenen, natürlichen Ordnungen. Die aufgegriffenen
Strukturen erscheinen einerseits vertraut, bekannt, aber losgelöst aus ihrem
räumlichen und zeitlichen Zusammenhang werden sie zu formalen Elementen,
die in neuen Zusammenhängen stehen.

Meine Absicht ist, die Dinge außerhalb ihrer gewohnten Erfahrung sichtbar zu
machen und eine vom Gefühl ausgelöste, assoziative Betrachtung zu ermöglichen.
Die spezielle Technik des Papierabgusses ermöglicht nicht nur einen direkten
Zugang zur Realität; das Material erlaubt es, dünnwandige Formen zu erstellen,
die ich in jede Position bringen und an der Wand oder anderen Trägern
installieren kann.

Häufig arbeite ich mit Formfragmenten, die als Negativformen in Bezug zueinander
gesetzt werden, das heißt, ihre Innenseiten werden nach außen gekehrt
und ermöglichen ein Wechselspiel zwischen Zwei - und Dreidimensionalität.
Die Drahtzeichnungen zeigen lineare Entsprechungen zu dieser Thematik.
Draht und Schatten führen gezeichnete und gedachte Linien weiter und geben
der Zeichnung Raum.

Bezeichnend für meine Arbeitsweise ist der für mich notwendige Wechsel zwischen
spielerischer Auseinandersetzung mit dem zufällig Gegebenen und absichtsvoller
Arbeit an einem bestimmten, nur so gearteten Formgefüge. Dabei
arbeite ich nicht erzählerisch, sondern strukturalistisch.

Januar 2010