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Galerie Förster

Baruch Gottlieb

Gedicht zu Bildern von Jinran Kim

 

After the Rain

The smoke silently smears into the sky, the rumble and echo underneath
may never subside.  These images, made of ash drenched into tissue,
are barely able to coalesce into something recognizable, the ruins of
an ordinary day.  Staid normalcy is ripped away.  A humble hope stares
gaping, void.  Dark gouges seep the empty streets, trickling broken pipes.

The end of an attack, of an onslaught, of a barrage, civilians,
civilization, trumped by a cause, by a reason.
Reason creates and reason destroys, flaying open the enclosed careful
coveting of reason.

In Berlin, as in Seoul, the streets still shimmer with the pounding of
those days. Seoul was razed, Berlin was like mouthfuls of broken
teeth, but here you could still see the buildings, and that it had
been a city. Coming from Seoul to Berlin, as the strangeness fades,
the similarities begin to impress themselves, or maybe there is a need
for similarities, and these are not happy ones, but perhaps ones where
fellow feeling can accrue like gunshot pockmarks darken with dew.

 

After the Rain

Lautlos überzieht der Rauch den Himmel; das Grollen darunter und sein Echo
scheinen nicht enden zu wollen. Diese Bilder aus Asche, welche das Gewebe
durchtränkt, fügen sich nur schwer zu etwas Erkennbarem zusammen, Ruinen
eines normalen Tages. Weggerissen die gewohnte Vertrautheit. Demütige
Hoffnung starrt gähnend tief, ein Gefühl der Leere. Düstere Einkerbungen
durchsetzen die leeren Straßen, zerbrochene Rohre tröpfeln.

Beendet sind Angriff,  Attacke, Trommelfeuer, Zivilpersonen, Zivilisation –
übertrumpft von einem Anlass, einem Beweggrund. Beweggründe erschaffen
und sie zerstören, schälen das sorgfältig eingeschlossene Begehren des
Grundes heraus.

In Berlin wie auch in Seoul flimmern die Straßen noch immer im Stampfen
dieser Tage. Seoul wurde ausgelöscht, Berlin war ein Mund voll
ausgebrochener Zähne, aber hier konnte man noch die Gebäude sehen und
dass es eine Stadt gewesen war. Wenn man von Seoul nach Berlin kommt
und die Fremdartigkeit verblasst, fangen die Ähnlichkeiten an Eindruck zu
machen. Vielleicht ist auch ein Verlangen nach Ähnlichkeiten da, doch diese
sind keine glücklichen, aber wohl solche, durch die Mitgefühl entstehen kann,
so wie Tau die Einschusslöcher dunkel werden lässt.

(Deutsch von Gabriele Förster)